Weitere Kulturwege

Weitere Kulturwege in Marktheidenfeld Esselbach, Hafenlohr und noch weitere interessante Ziele liegen in der näheren Umgebung vom Markt Triefenstein.


Marktheidenfeld

maktheidenfeld-franck-haus

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„Auf alten Wegen durch die Grafschaft“

Kulturweg Marktheidenfeld I – Altfeld, Michelrieth, Oberwittbach

Im Jahr 2012 wurde der 1. Kulturweg in Marktheidenfeld eröffnet.
Der landschaftlich abwechslungsreiche Rundweg trägt den Titel „Auf alten Wegen durch die Grafschaft“ und führt auf 11 km von Altfeld nach Michelrieth, über Oberwittbach wieder zurück nach Altfeld. Er führt vorbei an interessanten Naturdenkmälern, archäologischen Zeugnissen und Sehenswürdigkeiten, durch Ortschaften, über Felder und Wiesen, durch Forst und Wald. Auf dem Weg erhält der Wanderer Einblicke in die vergangene und neuere Zeitgeschichte der Grafschaftsorte.
Unter anderem werden Bauwerke, alte Handwerkstechniken, wie die Reifenschneiderei, Meilensteine und historische Wegkreuzungen erklärt.

Streckenführung:

Start und Ziel ist an der Grafschaftshalle in Altfeld.
Von dort führt der Weg durch Altfeld über den Altfelder Graben und die Rodgasse und dann auf dem alten Triebweg zum Segelflugplatz.
Durch Eichenwald geht es weiter auf dem Kirchweg nach Michelrieth, am Wasserhochbehälter und der alten Linde vorbei zur Michelriether Kirche, dann zur Jägerwiese und weiter zum kleinsten Stadtteil Marktheidenfelds, nach Oberwittbach. Von dort geht es zurück nach Altfeld.


Altfeld und Michelrieth stehen im Zentrum einer frühen Rodungsinsel des hier von Osten aus erschlossenen Spessarts. Ausgangspunkt dürfte Altfeld gewesen sein, das an der Kreuzung zweier historischer Straßen gelegen ist. Die Kontinuität dieser Lage tritt heute noch deutlich vor Augen: Autobahn und die ausgebaute Landesstraße befinden sich in unmittelbarer Nähe.Michelrieth wurde im Mittelalter Pfarrei und damit Zentrum eines Kirchspiels, das zum Bistum Würzburg gehörte.

Entscheidende weltliche Macht in Altfeld, Michelrieth und Oberwittbach waren ab dem 13. Jahrhundert die Grafen von Wertheim und deren spätere Nachfolger, die Grafen bzw. Fürsten von Löwenstein-Wertheim bis 1806.

Mit der Reformation wurde nicht nur Michelrieth, sondern auch die dazu gehörigen Orte wie Altfeld, Glasofen mit Eichenfürst, Oberwittbach, Kredenbach und Steinmark evangelisch. Die sechs protestantischen Orte im Südostspessart setzten sich nicht nur in ihrem Glauben von der Umgebung ab, sondern bildeten mit eigener Tracht, Sitten und Sprache eine »Brauchtumsinsel «, die heute als »Grafschaft« bezeichnet wird. Die benachbarte »Grafschaftshalle«, an der wir den Kulturweg beginnen, erinnert daran.

Unsere Wanderempfehlung:
Der Kulturweg verbindet die Marktheidenfelder Stadtteile Altfeld, Michelrieth und Oberwittbach.
Es ist ein geringer Höhenunterschied zu überwinden. Folgen Sie der Markierung des gelben EU-Schiffchens auf blauem Grund.


Kontakt:
Bürgerservice Marktheidenfeld
Nicole Jeßberger
Luitpoldstraße 17
97828 Marktheidenfeld

Tel.: 09391 5004-0 / -41
Fax: 09391 5004-50
info(ät)marktheidenfeld.de
www.marktheidenfeld.de


 

Informationen:
>>mehr vom Archäologischen Spessartprojekt www.spessartprojekt.de


Esselbach

Sternwarte Bischbrunn

Sternwarte Bischbrunn

Poststraße und Milchstraße

An den historischen Grenzen von Kurfürstentum Mainz, Hochstift Würzburg und Grafschaft Wertheim erzählt der Kulturweg von der „Alten Poststraße“, dem „Bauernastronomen“ (deshalb „Milchstraße“), der Reformation und von einer Zollstation.

Esselbach wird 1182 erstmals mit der damals üblichen Bezeichnung „Espelbach“ urkundlich erwähnt.

Der Nachbarort Oberndorf war bis ins frühe 18. Jahrhundert der obere Teil der Gemeinde. Bereits im Mittelalter führte die wichtige Ost-West-Verbindung zwischen Würzburg und Frankfurt durch Esselbach. Ab 1615 richteten die Thurn und Taxis die Poststraße durch den Spessart ein – Esselbach wurde Poststation. Deshalb steht die Poststraße im Mittelpunkt dieses Kulturweges. Die Orte Esselbach und Kredenbach grenzen direkt aneinander. Das war in alter Zeit brisant, weil die gemeinsame Ortsgrenze gleichzeitig Landesgrenze zwischen der evangelischen Grafschaft Wertheim und dem katholischen Würzburger Territorium war.

Auch Steinmark, das erst 1617/18 lutherisch wurde, hat seine Besonderheiten: Der „Bauern-Astronom“ Johann Kern war hier zu Hause. Er war Konstrukteur einer der größten Privatsternwarten weltweit. Da der Kulturweg somit auch einen Bezug zur Astronomie hat, trägt er den Namen „Poststraße und Milchstraße“.

Seit 1978 sind die Dörfer Esselbach, Kredenbach und Steinmark zur Gemeinde Esselbach zusammengeschlossen.


 

Pfarrhof

Der Pfarrhof hatte nicht allein administrativen Charakter für die Pfarreiführung, sondern diente auch der wirtschaftlichen Absicherung der Pfarrer. Der Pfarrhof mit der ehemaligen Zehntscheune von 1845, dem Bruchsteinbau des Pfarrheimes und dem Ziehbrunnen von 1857 wird beherrscht vom Fachwerkbau des Pfarrhauses. Er wurde 1617 im Auftrag des damaligen Patronatsherren Philipp-Christoph Echter von Mespelbrunn, Bruder des Fürstbischofs Julius Echter, errichtet. Der Bildstock vor dem Pfarrhaus zeigt in barocken Formen die Kreuzigungsgruppe.

1 Start an der „Weed“ in Esselbach
Der Bereich unterhalb der Esselbacher Kirche wurde bereits im 15. Jahrhundert als die „Wethe“ bezeichnet. Die „Weed“ steht in Unterfranken für „Weiher“. Tatsächlich befindet sich hier heute noch der alte Dorfweiher neben der Schule, der vom Kirchbrunnen gespeist wird.

2 Katholische Kirche und Pfarrhof
Die Esselbacher Pfarrkirche St. Margaretha wurde 1779 nach den Plänen von Emanuel Joseph von Herigoyen errichtet. Der gebürtige Portugiese war Hofarchitekt des Mainzer Kurfürsten Friedrich Carl Joseph von Erthal und Wegbereiter des Klassizismus in Süddeutschland. Für die Ausgestaltung konnten der Taufstein von 1648 und verschiedene Heiligenfiguren aus dem Vorgängerbau übernommen werden. Den mächtigen Aufbau des Hochaltars schuf 1785 Rudolph Zacharias Vombach aus Erlen-bach.

3 Das evangelische Steinmark
Steinmark, 1298 erstmals schriftlich erwähnt, gehörte wahrscheinlich seit seiner Gründung zur Pfarrei Esselbach. Steinmarker hatten eine enge Verbindung zu den benachbarten Dörfern Esselbach, Oberndorf und Bischbrunn. Selbst mit der um 1540 in der Grafschaft Wertheim eingeführten Reformation blieb Steinmark beim katholischen Glauben. Erst 1617/18 wurden die Steinmarker durch den Druck des Landesherrn evangelisch. Seitdem gingen sie bis nach Michelrieth (ca. 5 km) in die Kirche. Erst seit 1953 verfügt Steinmark über ein eigenes Kirchengebäude.

4 Dorfleben und Bauernastronom
Um 1920/22 entstand in Steinmark eine außergewöhnliche Folge von gestellten Fotos zur Flachsverarbeitung im Spessart. Eine bemerkenswerte Spessart-Persönlichkeit war der Steinmarker Johann Kern. Sein schon früh ausgeprägtes technisches Verständnis und seine Leidenschaft für die Astronomie veranlassten ihn, nach dem Zweiten Welt krieg nach eigenen Plänen nacheinander drei Spiegelteleskope fertigen zu lassen. In Steinmark stand eine der größten privaten astronomischen Anlagen Deutschlands. Für seine Verdienste um die Popularisierung der Astronomie erhielt Kern 1963 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Das große Spiegelteleskop Johann Kerns ist heute in der Johann-Kern-Sternwarte Wert-heim im Ortsteil Reicholzheim in Verwendung. Informationen zur Sternwarte und zu Ter- minen erhalten Sie unter www.sternwarte-wertheim.de

5 Salzbachbrücke
An der Salzbachbrücke treffen die Gemarkungen von Kredenbach, Esselbach und Steinmark zusammen, die durch den Esselbach und Steinmarker Bach abgegrenzt sind. Die beiden Bäche werden nach ihrem Zusammenlauf Salzbach genannt (eigentlich Wachenbach). Die Flurlage auf Steinmarker, sowie auf Kredenbacher Seite heißt Salzberg, die Wiesen unmittel- bar neben der Brücke sind die Zollwiesen. Im Talgrund arbeiteten einst zahlreiche Mühlen.

6 Posthalterei Esselbach
Als 1615 die Thurn- und Taxis?sche Postroute Brüssel-Köln-Frankfurt-Würzburg-Nürnberg-Prag eingerichtet wurde, entstand auch die Esselbacher Poststation. Während die Poststraße zunächst nur für Reiterkuriere gebaut wurde, konnte sie ab 1690 im regelmäßigen Postverkehr auch mit Kutschen befahren werden. In Esselbach steht das älteste noch erhaltene Postgebäude Unterfrankens, das um 1675 neu errichtet wurde. Die Posthalterei war 300 Jahre lang in Familienbesitz. Da sie meist über die Töchter weiterverebt wurde, änderte sich mehrmals der Familienname. Ihre Mitglieder spielten in der Esselbacher Ortsgeschichte eine herausragende Rolle und sie traten vielfach als Wohltäter der Pfarrgemeinde auf. Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert erlebte die Posthalterei ihre Blütezeit. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und später des PKW-Verkehrs verlor sie Ende des 19. Jahrhunderts ihre Bedeutung.


Unsere Wanderempfehlung
Der 6 km lange Kulturweg durch Esselbach, Kredenbach und Steinmark führt von der „Weed“ zur Esselbacher Pfarrkirche. Der Name „Weed“ bedeutet Weiher und wird schon im 15. Jahrhundert erwähnt. Die Pfarrkirche von Esselbach wurde 1779 von Emanuel von Herigoyen entworfen. Der gebürtige Portugiese war Hofarchitekt des Mainzer Kurfürsten Friedrich Carl Joseph von Erthal und ging später nach München. Er gilt als Wegbereiter des Klassizismus in Süddeutschland. Weiter führt der Weg über die „Höh“ nach Steinmark.Durch den Ort führt der Weg hinunter zur Salzbachbrücke. Sie verdankt ihren Namen dem Handel mit dem Salz von Bad Orb. Weiter geht es hinauf nach Kredenbach und zur alten Esselbacher Poststation, die schon 1615 errichtet wurde, als die Fürsten von Thurn und Taxis die Postroute Brüssel-Köln-Frankfurt-Würzburg-Nürnberg-Prag einrichteten.


Informationen:

>>mehr vom Archäologischen Spessartprojekt www.spessartprojekt.de


Geo-Coaching

www.geo-coaching.net
http://www.geo-coaching.net/Tour/22546/Poststrasse-und-Milchstrasse-Europaeischer-Kulturweg


Hafenlohr

Literatur und Spessart – diese Kombination will nicht zu dem Klischee vom Spessart als einem menschenleeren Räuberwald passen. Doch haben sich seit dem Mittelalter viele Schriftsteller mit dem Spessart befasst, in Prosa, Reim oder Berichten.

In den Blickpunkt der Öffentlichkeit gelangte das Hafenlohrtal durch 25 Jahre Widerstand gegen das Vorhaben, die Hafenlohr aufzustauen und das Tal unter Wasser zu setzen. Inzwischen hat sich das Hafenlohrtal als einzigartiger Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzengemeinschaften herausgestellt. Grundlage dieser Vielfalt bildet die jahrhundertelange Nutzung dieses Landstrichs durch den Menschen.

Bis heute präsentiert sich das Tal als Kulturlandschaft, auch wenn die Bewirtschaftung seit 1900 stark zurückgegangen ist. Kurt Tucholsky durchwanderte das Tal und weilte in der Lichtenau, ein Aufenthalt, dem wir die wohl schönste literarische Würdigung des Spessarts verdanken

Einem Schriftsteller unserer Tage, der sich auf Tucholskys Spuren durch den Spessart wagte, Robert Gernhardt, wurde 2003 in der Lichtenau eine Linde gewidmet, auf dass Literatur im Spessart weiter Früchte trage. Im Hafenlohrtal folgen wir der Literatur im Spessart mit kurzen Zitaten auf jeder Tafel.

Der europäische Kulturweg erläutert die Geschichte des ca. 25 km langen Hafenlohrtals zwischen Rothenbuch / Weibersbrunn und Hafenlohr mit Info-Tafeln an 12 Stationen. Der Weg kann in einzelnen Abschnitten zurückgelegt werden.


Informationen:
>>mehr vom Archäologischen Spessartprojekt www.spessartprojekt.de